(Aus Mensch und Tier Ausgabe 2/2025)
Tiere suchen unsere Gärten auf, wenn sie dort Nahrung, Unterschlupf und Nistmöglichkeiten finden. Je besser wir ihre Bedürfnisse berücksichtigen, desto mehr Tiere siedeln sich ganz von selbst an. Ein naturreicher Garten schafft wertvollen Lebensraum. Vor allem auch für die immer höher werdende Zahl an Arten, die auf der Roten Liste stehen.
TIPP: Einfach mal Wild sein!
Je vielfältiger die Pflanzen- und Strukturvielfalt, umso eher wird der Garten zur Heimat für Bienen, Schmetterlinge, Igel & Co. Verzichten Sie auf monotone Rasenflächen und exotische Zierpflanzen.
Stattdessen:
- Pflanzen Sie heimische Bäume (Obstbäume gerne Hochstamm).
- Pflanzen Sie heimische Wildsträucher als Vogelschutz- und Nährgehölze.
- Verzahnen Sie Gemüse- und Staudenbeete kleinräumig miteinander und setzen Sie auch Obststräucher dazu.
- Schaffen Sie Versteckmöglichkeiten durch Stein-, Laub- und Asthaufen.
- Bieten Sie Wasserquellen und Nistmöglichkeiten an.


kleinen und großen Tieren
dankbar angenommen.

Die Blütenbestäuber magisch an.
TIPP: Auf die Pflanze kommt es an!
Ein bunt blühender Garten erfreut nicht nur das Auge, sondern bietet auch lebenswichtige Nahrung für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Schwebfliegen und viele andere Insekten – vorausgesetzt, die Pflanzenwahl stimmt. Die meisten Insekten benötigen Nektar als „Treibstoff“, zum Beispiel für das kräftezehrende Herumfliegen sowie Blütenpollen als Nahrung für die Brut. Auserdem sind die teilweise sehr wählerischen Schmetterlingsraupen von bestimmten Fraspflanzen abhängig. Viele gezüchtete Sorten, insbesondere fremdländische und solche mit gefüllten Blüten, werden diesen Ansprüchen nicht gerecht. Für Insekten wertlos sind neben allen gefüllten Sorten wie Primeln, Geranien, Chysanthemen und Zuchtrosen auch weit verbreitete Ziergehölze wie Flieder, Forsythie und Thuja. Es spricht nichts dagen, auch einige Zierpflanzen einzuplanen. Im tierfreundlichen Garten solleten jedoch züchterische nicht veränderte Wildpflanzen überwiegen, die im besten Falle in Deutschland heimisch sind. Empfehenswert sind außerdem insektenfreundliche Kulturpflanzen wie Lavedel, Buchweizen, Dill oder Sonnenblumen.
Weitere Tipps zur Pflanzenwahl:
Berücksichtigen Sie die Standortansprüche der Pflanzen und bevorzugen Sie robuste Arten, die Hitze und Trockenheit gut vertragen. So sparen Sie Wasser und fördern trotzdem die Artenvielfalt.
- Vermeiden Sie invasive Neophyten wie Kirschlorbeer oder Sommerflieder. Sie verdrängen heimische Arten und gefährden unser Ökosysteme.
- Pflanzen selbst vermehren: Viele Pflanzen lassen sich durch Stecklinge, Samen oder das Teilen des Wurzelstocks vermehren.
- Tauschen statt kaufen: Auf Tauschbörsen, über Kleinanzeigen oder beim freundlichen Nachbarn können Sie überzählige Pflanzen und Saatgut verschenken oder gegen den ein oder anderen neuen Schatz für Ihr grünes Refugium tauschen.
TIPP: Zurück zur Muskelkraft!
Gartenmaschinen wie Gartenhäcksler, Laubsauger oder Mähroboter stellen ein potenziell tödliche Gefahr für Insekten, Igel, Amphibien und andere Gartenbewohner dar. Wer ohne Blutbad und noch dazu umweltfreundlich gärtnern will, setzt besser auf klassische Handgeräte wie Spindelmäher, Rechen, Heckenschere oder Sense.
Diese sind:
- Leise und energiesparend
- Platzsparend in der Aufbewahrung
- Deutlich schonender für Tier
Beim bewussteren Arbeiten haben Sie ein besseres Auge für tierische Gartenbewohner und können sie gezielt schützen.


TIPP: Wasser ist Leben!
Ob aus dem Balkon oder im Garten, eine Wasserquelle wird von kleinen wie großen Tieren dankbar angenommen. Vor allem in Städten fehlt es Vögeln, Kleinsäugetieren und Insekten zunehmend an natürlichen Trinkmöglichkeiten.
Eine einfache Lösung:
Stellen Sie eine flache Schale mit frischem Wasser auf, reinigen und befüllen Sie sie regelmäßig. Ein paar größere Steine im Wasser helfen Insekten, sicher zu landen und nicht zu ertrinken.
Wer mehr Platz hat, kann ein kleines Biotop anlegen:
Fertigteiche gibt es in vielen Größen und Preisklassen. Achten Sie bei der Gestaltung auf flache Uferzonen und Ausstiegshilfen – so können Tiere wie Igel gefahrlos hinein- und wieder herausgelangen.

